www.malkurs.org

Bilder, Gedichte, Online-Galerie und Tagebuch

2009 - 2008 - 2007

Meerbild-Malkurs





Mal-Geschichten 3

Klingeltöne aus dem All
 
 
Klingeltöne


Klingeltöne aus dem All  - oder - ich chatte nur noch mit mir selbst

Zitronen sind einfach nur sauer. Ich liebe den Geschmack der Sonne, den Duft des Mondes, weiß wie Schnee,  wenn hoch die Himmel hängen. Hauptsache die Chemie stimmt. Drei Tropfen Rosenöl, eine Handvoll Flammen, umzedert von Engeln, die ihre Schäfchen wiegen - die Liebe kommt und geht - trotz aller Theorien, dass  m= Masse und E= Energie, hat niemand die Geschwindigkeit der Gedanken bedacht.
Verschlüsselte Botschaften, Klingeltöne aus dem All.
Früher verkündeten die Propheten,  Eva sei Schuld am Elend auf  Erden - und die listige Schlange. Warum also sollte ich die Lyra schwingen? Der Olymp ist weit. Vor fremden Türen zu kehren, ändert nichts am eigenen Unglück.
Du hebst den Kopf und plötzlich steht im Raume die Behauptung, dass wir Zwei uns pausenlos streiten. Wir merkten es nur nicht. Als wären alle Zeichen Wunden, treffen sich unsere imaginären Zellen im Nirgendwo, um hundert Jahre zeitversetzt. Aber was ist schon Zeit? Vergissmeinnicht im Fadenkreuz des Monitors, strahlungsarme Blaunacht, Blaubeuren, der Blautopf, Blaudotterpalmen und ein Cembalo. Musik macht auf  Dauer taub - doch eine Suite im Gedächtnisnetz hält Hände mollig warm. Und nach der Kammeroper noch ein Kuss von dir. Die Bilder nerven. Herbstklopfen, Impuls zu heiteren Gefühlen und obendrein die bange Frage, leben wir noch auf der begrenzten Erde oder schon im endlosen Himmel, in den sich jeder irgendwannn wünscht. Welch ein Irrsinnn: Gefühle vor Ketten. Fantasie säumt das Jenseits.
Gerade mal fünf Minuten, und du ziehst das Näschen kraus, waberst davon mit der nächsten Welle, um Haaresbreite. Ein Stein gleicht dem andern. Wind, Sand und Sterne. Keine Sprache sagt mehr als Worte. Mitten im Peenestrom, die Ziegeninsel. Heinrich, der Ziegenhirt, duldet keinen Nebenbuhler auf seinem Eiland.
Das Lachen im Hals schmerzt. Mit allen Sinnen in Lavendeldüften baden und bitter enden. Das enge Tal ist letztendlich auch nur eine Insel.
Der Vorhang fällt, direkt mir vor die Füße. Kein Engelshaar, kein Prunkgewand - nur ungeschminkte Selbstbeschau. Die Haikulücken wollen gefüllt sein - mit Schmerzgedanken. Des Adlers Spiel - einfach schweben in den Lüften, als Fata Morgana, da zwei sich nur von Ferne liebten und auseinander lebten, geflochten aufs Glücksrad. Das Publikum bleibt unsichtbar.
Sieh nur, wie sie purzeln. Aus luftiger Höhe, fächerförmige Blätter. Keiner gibt den Anstoß für  Seelenabgründe. Der Weg bleibt gesperrt, alle Reflexe verhängt. Kein Lichtstrahl trifft unser  Scherbenversteck. Um einen Menschen zu berühren, brauch ich seine Nervenbahnnen nicht zu kennen - und als jemand dem Mond simste, er sei nur ein Spiegelbild der Seele, spielte er Blackout, trudelte umher und erkannte sich selbst nicht mehr. Wenn du erstmal tot bist, wirst du nicht mehr viele Freunde im Leben haben. Raubt der Prolog die Kräfte, bleibt der Roman unverfasst.  Du bist Gedicht, tief und dunkel, und endest im schallenden Gelächter - welch ein Monolog!
Und während ich das Passwort zu deinem Herzen suche, hast du dich ohne Passwort aus dem Staub gemacht. Kopf auf die Rückentaste, der Achseln ledig, kreuzt du den Höllenwirbel, fliegst und genießt den Tunnelblick. Ich weiß um das Spiel und die Sehnsucht, die es spiegelt. Wie oft hab ich bei deinem Anblick ausgerufen:
Ach, geh nicht fort, bleib hier bei mir! Bis du mich höchst vertraulich observiertest und aus dem Off belehrend fauchtest: Wovon redest du? Bisher bin ich doch jedesmal zurück geholt. Nur du, mein Freund, du ließest auf sich warten!
Wieder dieses Ansinnen, auf der Suche nach der längst verschmähten Liebe. Da fällt das Luftsein schwer. Beide Hände nach innen gewandt, die Augen nach außen gespiegelt - dein Mund formt tausend leere Silben. In deiner toten Weise atmest du dich ein und aus, leblos in deines Körpers Melodie. Dein sanfter Schritt erfasst die Backsteinstufen, dein Lächeln wiegt in Sicherheit -  immer der gleiche Fluch - wie unter Zwang wirfst du mich ab, zurück ins Meer. Denn von uns beiden sollte einer überleben.
Schatten haben weder Innen noch Außen. Wie aufregend, die Dünnhäutigkeit zu pflegen. Lieber in Tränen ertrinken, als im Trübsinn zu baden. Ein Gleich, das nie zu lösen ist, sollten wir vergessen, ehe es zum Ungleich verkommt. Wasser aufs Haupt, Asche ins Feuer, einen großen Topf voll Selbstmitleid auf den Herd, Wunden schürfen. Die Liebe kommt von selbst, sie geht von selbst - ein Scheinbar ohne Ende.
Das Gesetz von Ursache und Wirkung wohnt nicht in meinem Kopf.

Karin Rohner 2009
(wieder einer von diesen vermeintlich schlechten Texten)



 




Startseite



2009
1. Sturm und Drang
2. Herz ist Trumpf
3. Frühlingserwachen
4. Der Dom
5. Krabbeltiere
6. Lecker
7. Summer in the City


2008
1. Nacht und Nebel
2. Narrenfreiheit
3. Eierlei
4. Urlaubsträume

5. Ab in die Natur
6. Fußball-WM-2008
7. Badespaß
8. Olympiade
9. Sonnenuntergang
10. Erntedank
11. Advent, Advent
12. Hund-Katze-Maus


2007
1. Blumenbilder
2. Wüstensand
3. Über sieben Brücken
4. Halloween
5. Komm kuscheln
6. Knusperknäuschen



 Meine Malkurse
1. Aquarellkurs 1987

2. Freies Malen 1994
3. Malwoche Pronstorf 1999
4. Meditatives Malen 2000
5. Maler und ihre Stile 2007
6. Malen wie Picasso & Co 2008

 
Mal-Gedichte


Geschichten
Die Farbe des Unbewussten
Rettung
Klingeltöne aus dem AllS


Malprojekte (special)
Arrival
Die eine Sekunde

Maler-Grußkarten

Papagei
 


Impressum

Internetadressen



 

Textbereich: 

Malkurs  - Malbuch - Bilder - Galerie - Tagebuch - Maler -  Online - Gedichte

Mal - Geschichten

Klingeltöne aus dem All

© 2009 by
Karin Rohner

Bilder und Gedichte Top1000
 www.malkurs.org